German Education Partners

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Wenxin Zhang war elf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Shanghai nach Deutschland kam. Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie schon damals begonnen, chinesische Studierende in der neuen Heimat zu unterstützen – bei der Wohnungssuche zum Beispiel oder Visaanträgen. Die meisten kamen über chinesische Agenturen nach Deutschland, die zwar Studienplätze vermittelten, die jungen Leute vor Ort dann aber weitgehend sich selber überlassen haben. Als Wenxin Zhang dann selbst Studentin war, kam sie auf die Idee, die Unterstützung ihrer Landsleute auszubauen und zu institutionalisieren. Im Rahmen von Herausforderung Unternehmertum  entwickelte sie 2014 ein Geschäftsmodell, das unter dem Namen German Education Partners inzwischen erfolgreich im Markt agiert: Die ersten Schüler und Studenten wurden bereits nach Deutschland vermittelt und lernen hier Land, Leute und Kultur kennen.

Der Erfolg des Programms besteht vor allem darin, dass die Dienstleistung nicht mit der Vermittlung endet. Wenxin Zhang und ihr Team haben mit German Education Partners ein „Rundum-sorglos-Paket“ konzipiert, das den jungen Chinesinnen und Chinesen die Integration in Deutschland durch interkulturelle Trainings und persönliches Coaching erheblich erleichtert. Ihre eigene interkulturelle Erfahrung macht es Wenxin Zhang möglich, die Schwierigkeiten zu benennen, die chinesische Jugendliche haben, wenn sie unvorbereitet in unseren Kulturkreis kommen. Zu nennen ist da zunächst natürlich die Sprachbarriere. German Education Partners arbeitet daher eng mit den Humboldt- und Goethe-Instituten in China zusammen: Erst, wenn die Schüler und Studenten das B2 oder C1-Level an Deutschkenntnissen besitzen, ist eine Vermittlung sinnvoll.

 

Auch kulturelle Aspekte spielen eine große Rolle bei der erfolgreichen Integration – nicht nur, was tägliche Umgangsformen wie Begrüßungs-, Tisch- und Essmanieren anbelangt. Auch das Verhalten in Bildungseinrichtungen ist unterschiedlich. So ist eine passive Unterrichtsteilnahme und reines Auswendiglernen in China zum Beispiel völlig normal. Es geht darum, der lehrenden Person Aufmerksamkeit und Respekt entgegenzubringen, nicht um aktive Teilnahme. Das ist in Deutschland grundlegend anders. In unserem Bildungssystem ist das Mitmachen und Einbringen in der Regel elementarer Bestandteil der Benotung einer Fachleistung. Nur, wer das Gelernte auch anwenden kann, hat Erfolg in Schule und Universität.

Mit einem vielversprechenden Geschäftsmodell allein ist es für German Education Partners jedoch noch nicht getan. Als junges Unternehmen geht es zurzeit vor allem darum, ein breites Netzwerk an Partnerschulen und -universitäten aufzubauen. Sowohl in China als auch vor Ort in Deutschland. Große Herausforderung ist dabei das Misstrauen, für das viele chinesische Agenturen mit ihren nicht oder nur mangelhaft erbrachten Dienstleistungen verantwortlich sind. Wenxin Zhang kann Fälle von verletzter Aufsichtspflicht Minderjähriger bis hin zu Erpressung, Drohung und Betrug aufzählen. Kommunikation und Beratung ist für German Education Partners daher von elementarer Bedeutung, um ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Unternehmen, den Stakeholdern und Kunden aufzubauen.

Doch die Chancen liegen günstig, der Markt boomt: Etwa 80% der chinesischen Oberschicht und ein enorm wachsender Teil der Mittelschicht schicken ihre Kinder zur Ausbildung ins Ausland und bevorzugt nach Deutschland. Zu weit liegt das Bildungssystem in China noch hinter dem Niveau westlich geprägter Industrieländer zurück. Langfristig hat Wenxin Zhang die Vision, das Modell von German Education Partners auszubauen. Kooperationen mit weiteren asiatischen Ländern sowie dem südamerikanischen Raum sind bereits in Planung. „Education Made in Germany“ soll für German Education Partners in Zukunft das erfolgreiche Aushängeschild sein.

Weitere Informationen unter: www.german-edu.com



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