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Natalie Kho: Gründerin und Start-up-Networkerin

Interview mit Natalie Kho. Nach eigenen Gründungserfahrungen, u. a. bei Herausforderung Unternehmertum, arbeitet sie derzeit als Intrapreneurin am Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo sie Studierende inspiriert und unterstützt, selber zu gründen.

Sie haben 2011 an Herausforderung Unternehmertum teilgenommen und erste Berührungspunkte mit dem Thema Gründen gehabt. Welche konkrete Erfahrung dabei hat Sie am nachhaltigsten geprägt?

Ich denke, es war die Erkenntnis, wie wichtig es ist, aufzuhören zu planen und zu konzipieren, und stattdessen das Produkt frühzeitig am Markt zu testen, mit potentiellen Kund*innen zu sprechen und die Leistungen zu pilotieren.

War das Start-up „soreko“, mit dem Sie sich damals bei Herausforderung Unternehmertum beworben hatten, als langfristige Einnahmequelle zur Existenzsicherung geplant? Oder mit welchen Erwartungen sind Sie an die Gründung herangegangen? 

Ich bin damals ziemlich offen an das Projekt herangegangen. „soreko“ war der Versuch, ein nicht so einfaches Thema am Markt zu positionieren und mich selbst als Gründerin auszuprobieren, Neues im Bereich Finanzen und Go2Market zu lernen und auch mal was im For-Profit-Bereich zu wagen.

Was ist aus „soreko“ geworden und haben Sie seither weitere Gründungen verfolgt? 

„soreko“ vermittelte engagierte Studierende an mittelständische Unternehmen. Dabei verfolgten wir einen bislang einzigartigen Ansatz: Wir vernetzten Studierende und Mittelständler über gemeinsame Projekte zur Stärkung der unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung. Wir haben die Gründung nach dem Förderjahr bei Herausforderung Unternehmertum erstmal nicht weiter verfolgt – wir waren einfach zu früh dran mit diesem Thema und der Bedarf wird erst heute wirklich erkannt. Schön zu sehen ist aber, dass es jetzt ähnliche Modelle gibt, die sich durchsetzen. 

Ich bin der Gründer*innenszene dennoch treu geblieben und habe diverse eigene Projekte ins Leben gerufen, z. B. Wandercoachings, die „Cool Ideas Society“ u. v. m.. Ich bin darüber hinaus als Prozessbegleiterin unterwegs, coache Start-ups & NGO‘s beim schnellen Wachstum und bringe neue Ideen an den Start.

Derzeit sind Sie angestellt und arbeiten für das LMU Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität München. Was genau machen Sie jetzt und was ist Ihr Aufgabenbereich?

Ich arbeite als Start-up-Managerin, betreue und berate Start-ups, vernetze sie mit Investoren und Kontakten. Ich betreibe sehr viel Netzwerkpflege und kann so die richtigen Leute zusammen- und voranbringen. Ich betreue Sponsoren und Kund*innen und gebe meine Lernerfahrungen an junge Start-ups weiter. Ich führe zudem Innovations-Workshops durch und veranstalte Pitch-Tage. Das LMU Entrepreneurship Center ist einerseits ein Inkubator für frühphasige Start-ups und bietet kostenlose Büroräume, Coaching und Netzwerke. Andererseits inspirieren wir Studierende, selbst zu gründen, durch Hackathons oder andere Events. 

Würden Sie den Job anders ausüben, wenn Sie sich nicht schon früh in Ihrer Laufbahn mit „unternehmerischem Denken und Handeln“ auseinandergesetzt hätten?

Bestimmt, denn meine hohe Eigenständigkeit verdanke ich meinen früheren Projekten. Die Umsetzungsenergie, Dinge schnell auf die Straße zu bringen, ist in meinem Arbeitsumfeld extrem wichtig. Ich habe in den letzten Jahren zudem viel über das effiziente Arbeiten in Teams und schnelle Iterationen gelernt und wie ich gut führen kann. All das habe ich verschiedenen Workshops, Gründungsprojekten und Hands-on Erfahrung zu verdanken.

Inwiefern können Sie die „unternehmerische Denke“ in Ihr Tätigkeitsumfeld einbringen?

Meine Arbeit ist sehr vielfältig, da das LMU Entrepreneurship Center selbst wie ein Start-up funktioniert. So bin ich ständig in Kontakt mit potentiellen Kund*innen und vertreibe unsere Dienstleistungen für Firmen und Hochschulen, ich führe selbst ein kleines Team und kann meine unternehmerische Denke an Start-ups und Studierende weitergeben. Ich kann neue Produkte und Formate entwickeln, die ich schnell am Markt teste und verbessere. 

Ist ein eigenes Start-up noch eine Option für die Zukunft? 

Auf jeden Fall!


Foto: Natalie Kho