Direkt zu den Inhalten springen

Tafelhelden Berlin

Der „Praxisschock“ in der Schule ist für viele angehende Lehrer*innen ein bekanntes Problem. Ein Team aus Lehramtsstudierenden will es so weit gar nicht kommen lassen und nimmt mit seinem Start-up „Tafelhelden“ das Heft selber in die Hand.

Der Auslöser für die Idee zu den Berliner „Tafelhelden“ ist für Kristin Kretzschmar eng mit den persönlichen Erfahrungen im Lehramtsstudium verknüpft. Viele ihrer Kommiliton*innen brechen das Studium ab, da sie im Laufe der fast ausschließlich theoretischen Ausbildung die Berührungspunkte zum Berufsumfeld Schule verloren haben. Die meisten wünschen sich reale Ansprechpartner*innen und nicht nur Universitätsdozent*innen, die auf die entsprechende Stelle im Fachbuch verweisen. Mit Marie Rüdiger und Lina Unger fand Kristin Kretzschmar, Stipendiatin des Studienkollegs im Studienförderwerk Klaus Murmann, Gleichgesinnte. Im Rahmen von Herausforderung Unternehmertum, der Gründerinitiative der Heinz Nixdorf Stiftung und der sdw, arbeiten die angehenden Lehrerinnen 2015 am Aufbau von „Tafelhelden“, einem Mentorenprogramm, das Lehramtsstudierenden bereits während des Studiums berufstätige Lehrer*innen an die Seite stellt, um frühzeitig Praxisluft schnuppern zu können.

Die Teilnahme an Herausforderung Unternehmertum hat dem inzwischen auf fünf Mitstreiter*innen angewachsenen Team bereits einige Türen geöffnet. Nicht jedes Start-up erhält die Chance, mit finanzieller Unterstützung und einem vielseitigen Qualifizierungsprogramm ein Jahr lang am Konzept feilen und die Umsetzung gründlich planen zu können. Dennoch ist es eine Herausforderung, neben den „Tafelhelden“ auch Studium, Nebenjob, Familie, Freunde und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen. Im März 2015 startete „Tafelhelden“ ein Pilotprojekt mit drei Mentoring-Paaren, um zu erproben, zu beobachten und zu evaluieren, was sich daraus entwickelt.

Langfristig wünscht sich Kristin Kretzschmar direkte Kooperationsschulen, und, dass der Erfolg von „Tafelhelden“ auch auf andere Städte und Regionen Deutschlands ausgeweitet werden kann. Vielleicht gibt es bis dahin sogar ein eigenes Büro und ein fest angestelltes Team.


Foto: Tafelhelden Berlin