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Interview mit Alumna Caroline Wiese

Caroline war während ihrer Zeit bei Herausforderung Unternehmertum Mitglied des Projektteams „sportcoop Berlin“. Das gemeinsame Ziel: eine Plattform zum wirtschaftlich fairen Matching von Kund*innen und Sport-/Wellness-Anbietern.

Caroline, du hast mit dem Projekt „sportcoop Berlin“ an Herausforderung Unternehmertum teilgenommen. Mit welchen Zielen bist du damals zusammen mit deinen Teamkolleg*innen an die Förderung herangegangen, wie sah deine Vision aus?

Weltweit organisieren sich in der „Platform Coop“-Bewegung Geschäftsinhaber*innen und Unternehmer*innen, um kollektive Alternativen zur traditionellen „Platform Economy“ zu schaffen. Wir wollten das Konzept einer gemeinschaftlich und partizipativ geführten Plattform auf das Sportsegment übertragen, um Berliner*innen ein attraktives Angebot zur flexiblen Nutzung von mehreren Sport- und Wellness-Stätten zu machen. Durch eine „Platform Coop“ wird sichergestellt, dass der erwirtschaftete Gewinn bei den lokalen Sportanbieter*innen verbleibt.

Wie bist du auf Herausforderung Unternehmertum aufmerksam geworden und warum hast du dich gerade für dieses Programm beworben?

Von Herausforderung Unternehmertum habe ich gleich zu Beginn meines Promotionsstudiums von einem Alumnus des Programms erfahren. Über das Intranet der Stiftung der Deutschen Wirtschaft bin ich dann zu unserem Team und der Projektidee gekommen. Das Programm bietet viele Vorteile: Einerseits wird der Gründungsprozess durch ein umfassendes Seminarangebot strukturiert begleitet, bspw. zur Marktanalyse und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, andererseits ist das Team mit einem Budget ausgestattet, um nach Bedarf Treffen und spezifische Seminare selbst zu gestalten und so den Gründungsprozess anzuschieben.

Mit „sportcoop Berlin“ warst du Teil des 2019er Jahrgangs von Herausforderung Unternehmertum. Wie lief die Förderung ab?

Teil des Förderprogramms war ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Seminarangebot zu diversen Themen rund um die Gründung: Teamentwicklung, Teamführung, Businessplan und Geschäftsmodell, Gründungsfinanzierung und juristische Grundlagen usw. Dazu kam die Weiterentwicklung des Projekts in wöchentlichen Treffen im Team, die wir meist online, aber gelegentlich auch in Berlin oder Hannover abgehalten haben.

Was konntest du aus deiner Zeit bei Herausforderung Unternehmertum mitnehmen?

Ich bin sehr dankbar, dass ich in meinem Team mit so tollen Menschen zusammenarbeiten durfte. Für mich war die holokratische Arbeit im Team sehr bereichernd. Während des Förderjahres habe ich nicht nur wesentliches Rüstzeug für eine Gründung erhalten, sondern auch viel über mich und meinen eigenen „Unternehmerinnengeist“ gelernt.

Wie ging es danach für „sportcoop Berlin“ weiter?

Auch wenn sich alle Teammitglieder sehr stark in das Projekt eingebracht haben, so war nach dem ersten Förderjahr keine Person in der Lage, sich hundertprozentig auf „sportcoop“ zu konzentrieren: Kinder, Studium, Berufseinstieg, Promotion...

Welche beruflichen Wege hast du danach eingeschlagen? Welche Pläne hast du persönlich für die Zukunft?

Ich arbeite seit etwa einem Jahr als Projektleiterin beim Deutschen Musikrat. Meine Aufgabe ist es, ein neues Ensemble, den Bundesjugendchor, aus der Taufe zu heben. Letztendlich braucht es viel Eigeninitiative und Gründungs-Spirit, so ein neues Ensemble auf den Weg zu bringen. Durch die Auseinandersetzung mit „Platform Coops“ habe ich den Weg zu genossenschaftlich geführten Unternehmungen gefunden und kann mir sehr gut vorstellen, nebenberuflich auch jenseits des Sport-Segments tätig zu werden – etwa im genossenschaftlich organisierten Wohnbau.

Welche Hinweise würdest du den aktuellen Teilnehmenden von Herausforderung Unternehmertum mit deiner heutigen Erfahrung mitgeben?

Ich kann nur empfehlen, das Angebot so gut wie möglich zu nutzen und sich auch mit den anderen Teams im Programm auszutauschen. Ein Jahr geht in der Förderung sehr schnell rum.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute!


Foto: Christian Kopp/sdw (Caroline ist die 1. v. l.)